Freitag, 26 September 2014 18:42

Tagebuch 192.Eintrag

 

 

Montag, 15 September 2014 18:27

Brief von Horst Ebner 191.Eintrag

 

 

 

Was ist Politik? Ein Ausflug in die Politik der Natur.

 

Laut Wikipedia ist politisches Handeln soziales Handeln, das auf Entscheidungen und Steuerungsmechanismen ausgerichtet ist, die allgemein verbindlich sind und das Zusammenleben von Menschen regeln.

 

Diese Entscheidungen und Steuerungsmechanismen, die für alle verbindlich sind, brauchen wir erst seit dem viele Menschen auf engem Raum zusammenleben. Der Neandertaler brauchte keine Politik genauso wenig wie ein einsames Wolfsrudel. Hier reicht ein Anführer – im Normalfall der Stärkste – Neandertaler oder Wolf - der vorgibt, wo es lang geht und was zu tun ist. In der Natur gibt es aber auch Beispiele wo viele Einzeltiere auf kleinem Raum zusammenleben. Bei einem Bienenvolk zum Beispiel leben bis zu 50.000 Bienen in einem kleinen Bienenstock friedlich und produktiv zusammen. Der Bienenstaat besteht aus einer Königin, vielen tausenden Arbeiterinnen und einigen hundert männlichen Bienen, den sogenannten Drohnen. Auf den ersten Blick könnte man meinen es handle sich um eine klassische Monarchie mit einer einzelnen Herrscherin die aufgrund ihrer Abstammung die Geschicke des Volkes leitet.

 

Schauen wir uns das politische System im Bienenstaat an. Die Rolle der Königin ist das Eierlegen - in die dafür vorgesehenen Waben im Bienenstock. Das ist alles. Das ist trotzdem ein anstrengender Job, denn die Königin legt bis zu 2.000 Eier am Tag. Alles andere besorgen die Arbeiterinnen, diese bauen und putzen die Waben, füttern die Larven, sammeln den Blütennektar und -pollen, legen den Honigvorrat an und verteidigen den Bienenstock gegen fremde Eindringlinge. Die Arbeiterinnen sind organisatorisch genauestens eingeteilt, je nach Lebensphase/Alter erfüllen Sie eine der genannten Funktionen – die gesamte Organisation ist natürlich genetisch vererbt und braucht den Bienen auch nicht erklärt zu werden.

Wie kommt es zur Nachfolge der Königin oder zu neuen Bienenköniginnen? Bienenprinzessinnen werden normalerweise dann herangezogen, wenn das Bienenvolk durch das eigene Wachstum im Bienenstock zu wenig Platz bekommt. Nachdem die neuen Prinzessinnen geschlüpft sind, muss die alte Königin den Bienenstock verlassen. Das Bienenvolk schwärmt aus, d.h. die alte Königin nimmt ca. die Hälfte des Bienenvolkes mit auf die Suche nach einer neuen Bleibe. Die junge Prinzessin schlüpft, geht auf Hochzeitsflug, lässt sich von den Drohnen besamen, kommt als neue Königin zurück in den Bienenstock und baut mit den verbliebenen Arbeiterinnen ein neues Volk auf.

 

Was passiert wenn die Königin nicht mehr ordentlich Eier legt, also nicht mehr zum Wohl des Volkes funktioniert? Wenn die Arbeiterinnen bemerken, dass die Königin nicht mehr ordentlich funktioniert, also zu wenige oder schlechte Eier legt, dann bestimmen die Arbeiterinnen, dass eine neue Königin herangezogen werden muss. Die Entwicklung von Bienenprinzessinnen erfolgt, wie auch die der Arbeitsbienen, aus ganz normalen befruchteten Eiern. Im Gegensatz zu den Larven der Arbeiterinnen werden Königinnen aber über die gesamte Dauer des Larvenstadiums mit einem von den Arbeiterinnen in speziellen Kopfdrüsen erzeugten Futtersaft, dem Gelee Royale ernährt. Das bedeutet also, dass die Arbeiterinnen gemeinsam mit der Verfütterung des Gelee Royale entscheiden, dass die alte Königin abdanken muss. Damit geht die Macht von der gemeinsamen Entscheidung der Arbeiterinnen aus.

 

In einer Demokratie soll doch auch die Macht vom Volk ausgehen – vom Prinzip her also genauso wie beim Bienenvolk.

Warum funktioniert das bei uns Menschen nicht so wie bei den Bienen? Warum gibt es Skandale, Machtmissbrauch, Korruption und damit eine Politik die den Politikern dient und nicht den Menschen?

Ich denke die Wurzel allen Übels ist die jahrzehntelange Enttäuschung der Menschen von der Politik und die damit einhergehende Wurschtigkeit, das „sich Alles gefallen lassen“, weil man eh nichts ändern kann.

 

Machen wir es doch wie die Arbeiterinnen im Bienenstaat.

Entscheiden wir gemeinsam, dass sich etwas ändern muss. Wir kennen alle die Missstände und die falschen Entwicklungen.

 

Wir haben jeden Tag die Möglichkeit die Lage zu verändern. Lasst uns heute damit beginnen.

Auf bald,

 

Horst Ebner

Angehender Hobby-Imker


Sonntag, 14 September 2014 14:42

Tagebuch 190.Eintrag

 

 

Freitag, 05 September 2014 06:07

Tagebuch 189.Eintrag

 

 

Mittwoch, 27 August 2014 09:48

Brief von Hermann Knoflacher 188.Eintrag

 

 

 

Brief an die Politik (nicht nur) in der Causa Hypo Adria

 

Wären das politische System und seine Vertreter das, was sie laut Verfassung sein müssten, wäre es ihre Pflicht jeden denkbaren Schaden von der Bevölkerung abzuwenden. Ein Mindestmaß an Fairness hätte zu einer lückenlosen Offenlegung der Vorgänge, Hintergründe und/oder persönlicher Befangenheit und Verflechtungen im „Fall Hypo“, wie auch in allen anderen  noch anstehenden Finanzdesastern – ohne Wenn und Aber – führen müssen. Dass nicht einmal diese Mindestforderung einer menschengerechten Politik erfüllt wird, lässt den Schluss zu, dass sich das politische System vom Bürger ab und jenen zugewandt hat, die ihre Vorteile ohne Rücksicht auf den Staat und seine Menschen ziehen. Auch im Fall Hypo erkennt man die falschen Propheten an ihren Handlungen und nicht an ihren Worten. Wenn die wesentlichen Kontrolleinrichtungen, wie in dem Fall die Finanzmarktaufsicht versagen, ist jedes System, so auch der Staat ernstlich in Gefahr.

 

Wozu gibt es eine Finanzmarktaufsicht, wenn diese in wesentlichen Dingen nicht funktioniert, die Vorgänge der Hypo Adria nicht kontrollieren kann oder will, dafür aber durch die Jagd auf einen Schuster, der als Reaktion auf die Arroganz der Banken eine beispielgebende Lösung für die Finanzierung der Realwirtschaft gefunden hat, beweist, dass sie nicht auf der Seite der Realwirtschaft, sondern deren Nutznießer steht. Welche Konsequenzen zieht die Politik aus diesem beispielhaften Versagen? Soll die FMA die ihr zugedachten Funktionen unter Berücksichtigung der Dimensionen des Finanzmarktes erfüllen oder ist diese Einrichtung nur eine Scheinstruktur um den Eindruck zu erwecken, dass es so etwas gibt? Der Fall „Hypo“ lässt letzteres vermuten – und ein dazugehöriges politisches Versagen.

 

Die Folgen dieses politischen Versagens haben alle über die Einschnitte im Sozialsystem und anderen Leistungen des Staates gegenüber seinen Bürgern zu tragen. Die zentrale Frage die sich daraus ergibt lautet: „Was kann sich eine Regierung oder ein Regierungsmitglied an nachweisbarem Schaden für das Land und seine Bevölkerung leisten ohne dafür zur Verantwortung gezogen zu werden.“ Wenn das Beispiel im Fall der Verstaatlichung der Hypo Alpen Adria Bank ungeahndet bleibt, ist wohl jedem Missbrauch in den Regierungsämtern Tür und Tor geöffnet. Was wird die Regierung unternehmen?
Rechnen die Großinvestoren mit dem Staatsversagen gegenüber den Bürgern und der Staatsgarantie für ihre Spekulationen? Da die Hypo Adria bekanntlich die Unsummen, die verspekuliert wurden nicht aus dem Nichts geschaffen hat, sondern dabei von potenten Investoren wie der Raiffeisenbank und anderen Großinvestoren erhalten hat, muss man sich fragen, wie diese Banken mit dem ihnen anvertrauten Geld umgehen? Sie prüfen doch den kleinsten Kreditnehmer nahezu peinlich und wenn es ihnen gefällt, wie im Fall Staudinger, setzen sie den Kreditrahmen willkürlich herunter. (Das wäre eigentlich die Aufgabe der FMA und nicht die Verfolgung des Opfers dieser Bankenwillkür!) Wenn sie nur einen Bruchteil ihres Personals und ihrer Sorgfalt den Hypo-Investitionen gewidmet hätten, wäre es nie zu einem  Hypo Alpen Adria Desaster gekommen. Das Mindeste das von der Politik zu verlangen ist,  ist eine Veröffentlichung der Banken die in den „Fall Hypo“ investiert haben, damit die Öffentlichkeit erfährt, wie die Institute „ihres Vertrauens“ mit den ihnen anvertrauten Mitteln umgehen. Wird die Regierung die Liste der Banken, die sich beteiligt haben veröffentlichen?
Oder wird weitergemauschelt und von den heutigen „Tatorten“ abgelenkt, aus denen weit größere Belastungen auf die Bevölkerung zukommen als der „Fall Hypo“?

 

Hermann Knoflacher




Mittwoch, 27 August 2014 09:46

Tagebuch 187.Eintrag

 

 

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